Köttbullar (Fleischbällchen), IKEA und Astrid Lindgren – für all das ist Schweden bekannt. Doch nach einem halben Jahr Aufenthalt kann ich mich vergewissern, dass das Land weit mehr zu bieten hat.
Direkt nach den Weihnachtsferien begann meine Reise: In Stockholm gab es ein Welcome Camp für alle Austauschschülerinnen Skandinaviens, wo wir die ersten drei Tage zwischen Museumsbesuchen, Spaziergängen durch bis zu einem halben Meter hohem Schnee und einer Kälte zwischen -15 und -20 Grad (was sehr normal für die Jahreszeit ist), verbrachten.
Nach einer längeren Zugreise Richtung Westen des Landes kam ich in Götene, einem Ort in der Nähe des Vänern mit rund 3000 Einwohnerinnen an, wo ich das nächste halbe Jahr verbringen sollte.
Der Schulalltag unterschied sich um einiges dem der österreichischen Schule. Durchschnittlich fuhren die meisten 1,5h mit den Öffis in die Schule. Mirelle, eine Freundin und ich nahmen immer den gleichen Bus in die Schule, mit dem Unterschied, dass sie eine halbe Stunde vor mir einstieg. Die Schule (Katedralskolan) war in Skara. Katedralskolan ist eines der ältesten Gymnasien ganz Schwedens, weshalb es sehr viele alte Traditionen gibt.
Mit zwölf anderen Mitschülerinnen bildeten wir einen der zwölf Zweige der Schule, den Estet – Dans och Teater – Zweig, wo ich drei Mal die Woche Tanzunterricht und einmal Theorie hatte. Um 8.00 Uhr begann die erste Einheit, die im Gegensatz zu den bei uns üblichen 50min, 1h und 20min dauerte. Der Unterricht war sehr auf Gruppenarbeiten oder Arbeitsaufträge fokussiert. Eine weitere Besonderheit: Die Lehrer*innen werden mit Vornamen angesprochen und das förmliche Sie wurde schon vor Jahren abgeschafft. Besonders früh, und zwar um 10.50 ging es dann in die Schulmensa (mit übrigens gratis, warmen Essen) – an die frühe Mittagessenszeit habe ich mich die ganze Zeit über nie gewöhnen können. Zwischen 14.30 und 15.30 war dann auch der Schultag zu Ende. Nach der Schule oder am Wochenende sind wir dann öfters noch in die nächstgrößere Stadt gefahren, um einen Kaffee zu trinken oder um in den Secondhand – Shop zu gehen.
Ein Highlight des Schulalltags beinhaltete der alljährliche poängjakt („Punktejagd“), bei der es verschiedenen Challenges zu lösen gab. So gingen Edit und ich einen ganzen Tag mit zusammengeknoteten Schnürsenkeln herum oder wir haben im Kreisverkehr gepicknickt. Das Ziel war, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, was wir auch geschafft – und somit den 1. Platz belegt haben.
Im Mai war ich auf einem Ausflug mit einigen anderen Austauschschülerinnen in Oslo, Norwegen – gingen bowlen, erkundeten das Museum und die Stadt. Das überraschendste war, dass es in Norwegen leichter war, sich auf Schwedisch, als auf Englisch zu verständigen, da die Sprachen sehr ähnlich sind.
Gegen Ende des Schuljahres bereiteten wir noch ein ein Theaterstück, als Überraschung für den Abschlussjahrgang vor, weshalb wir sehr viele Stunden außerhalb der Schulzeit in der Aula probten.
Doch schlussendlich verging die Zeit viel zu schnell und das Leben in Schweden, an das man sich schon so gewöhnt hatte, sollte schon bald ein Ende nehmen. Nach einem sehr schönen midsommar mit meiner Gastfamilie, meinem Papa (der mich noch in der letzten Woche besuchte) und meinen Freundinnen flog ich wieder zurück nach Österreich.
Hej då och har en jätte trevlig dag!
Tschüss und hab noch einen sehr schönen Tag!
Cäcilia Waglhuber










